Tägliche News für die Hotellerie

1. April 2026 | 13:59 Uhr
Teilen
Mailen

Insolvenzverfahren für 175 Revo-Hotels werden jetzt eröffnet

Nach einigen Wochen Funkstille hat Revo am 1. April einen Statusbericht zur derzeitigen Situation abgegeben. Demnach werden nun die Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für aktuell 175 Hotels der Revo Hospitality Group eröffnet. Diese Hotels sollen weitergeführt werden und könnten normal gebucht werden, heißt es.

Hyperion München

"Die Hotelbetriebe laufen stabil und mit den aktuellen Frühjahrsmessen erfolgreich", heißt es von Revo zur derzeitigen Situation

Nach Auslaufen des Insolvenzgelds Ende März würden "die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden wieder von den Betriebsgesellschaften selbst gezahlt und aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet", heißt es weiter.

Auffällig ist die gestiegene Zahl der Verfahren. Als die Revo Hospitality Group Mitte Januar Insolvenz in Eigenverwaltung beantragte, war von rund 140 Gesellschaften die Rede, darunter auch diverser Verwaltungs- und Holdinggesellschaften. Betroffen waren damals laut Pressemitteilung rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich. Nun spricht das Unternehmen von 175 Verfahren, bezieht sich dabei aber ausschließlich auf Hotelbetriebsgesellschaften.

Damit sind seit Januar mindestens 35 weitere Verfahren hinzugekommen. Wie viele Gesellschaften außerhalb des operativen Hotelbetriebs, etwa Holding- und Verwaltungsgesellschaften, zusätzlich betroffen sind, ließ Revo auf Nachfrage von Hotel vor9 zunächst unbeantwortet. Die tatsächliche Gesamtzahl der Verfahren dürfte somit noch höher liegen.

Über hundert Investoren interessieren sich für Revo

Der Verkaufsprozess für die Hotelgruppe nimmt derweil Fahrt auf. Laut Revo ist "das Interesse zahlreicher Investoren an einer Übernahme der Revo Gruppe oder wesentlicher Teile hiervon" groß. Die Interessenten seien aufgefordert, bis Anfang April indikative Angebote abzugeben. In einer zweiten Phase bis voraussichtlich Ende April 2026 sollen dann verbindliche Angebote folgen. 

Bereits im Januar hatten die Sanierungsgeschäftsführer Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn von GT Restructuring angekündigt, internationale Investoren ansprechen zu wollen. De Bruyn sagte damals: "Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich auch das bis heute spürbare Interesse von Investoren noch erhöhen."

Die Revo Hospitality Group, die bis 2025 unter dem Namen HR Group firmierte, war seit 2020 von 51 auf 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern gewachsen. Eine zu schnelle Expansion, die laut dem Unternehmen zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen führte. Zusammen mit gestiegenen Lohn-, Miet- und Energiekosten sowie hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Übernachtungszahlen führte dies im Januar 2026 in die Insolvenz.

Pascal Brückmann

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.