Kempinski ändert Strategie und kauft wieder eigene Hotels
Europas älteste Luxushotelgruppe hat in Prag das historische Augustine Klosterhotel erworben und vollzieht damit einen strategischen Kurswechsel hin zu mehr Direktbesitz. Der Kauf ist die erste vollständige Akquisition seit der Investition in das Hotel Vier Jahreszeiten in München im Jahr 1970.
Kempinski
Das Augustine Hotel, Prague befindet sich in der historischen Malá Strana (Prager Kleinseite) unterhalb der Prager Burg inmitten der Mauern des Augustinerklosters St. Thomas
Die Übernahme widerspricht der vorherrschenden Strategie großer Konzerne wie Marriott, Hilton und Hyatt, die auf kapitalschlanke Modelle mit reinen Managementverträgen setzen. Doch Kempinski-Chefin Barbara Muckermann schlägt nun einen neuen Weg ein. Gegenüber Luxury Travel Advisor sagte sie: "Unsere Strategie, ein wirklich einzigartiges Portfolio an Immobilien zu schaffen, wird uns niemals gelingen, wenn Hotelmanagementverträge allein die Grundlage bilden. Man muss investieren."
Durch Direktbesitz wolle Kempinski nun das Gästeerlebnis vollständig steuern, heißt es in der Pressemitteilung, die über den Kauf des Hotels berichtet. Man werde das Hotel in Prag dazu nutzen, die erste konkrete und erlebnisorientierte Verwirklichung des Konzepts "Kempinski der Zukunft" umzusetzen.
Das Hotel gehörte zuletzt zur Marriott Luxury Collection und war davor Teil von Rocco Forte Hotels, wie "Luxury Travel Advisor" berichtet. Ab April 2026 wird das Hotel zunächst als White-Label-Haus geführt. Kempinski plant eine designorientierte Neugestaltung aller Zimmer und öffentlichen Bereiche bei Erhalt der historischen Substanz. Die Wiedereröffnung unter Kempinski-Flagge ist dann für Ende 2026 vorgesehen.
Pascal Brückmann