Kritik an Voreinstellungen von Trinkgeld bei Kartenzahlung
Wer an der Theke oder dem Restaurant mit Karte zahlt, wird zunehmend mit voreingestellten Trinkgeldvorschlägen konfrontiert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) macht nun Front gegen diese Praxis und fordert sogar ein Verbot sogenannter Dark Patterns auch bei digitalen Bezahlvorgängen.
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Gäste fühlen sich oftmals unter Druck gesetzt, wenn auf dem Kartenterminal voreingestellte Trinkgeldbeträge auftauchen
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Die Verbraucherzentrale untermauert ihre Forderung mit einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die sie zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat. Demnach empfinden 53 Prozent der Befragten einen Druck zum Trinkgeldgeben, wenn auf dem Kartenlesegerät prozentuale Vorschläge wie 10, 15 oder 20 Prozent größer oder farblich auffälliger dargestellt werden als die Option "kein Trinkgeld". 70 Prozent der Teilnehmenden sprechen sich dafür aus, dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie die vorgeschlagenen Beträge.
Verbraucherschützer fordern EU-weites Verbot von Dark Patterns bei Kartenzahlung
VZBV-Vorständin Ramona Pop kritisiert die Gestaltung vieler Bezahlterminals als "manipulativ". Sogenannte Dark Patterns, also Designtricks, die Nutzer zu bestimmten Entscheidungen verleiten sollen, seien bereits von Webseiten und Apps bekannt. Bei der Kartenzahlung lägen sie vor, wenn die Ablehnungsoption versteckt oder schlechter sichtbar sei, so Pop.
Es müsse auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können. "Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben", betont Pop. Der VZBV setze sich auf europäischer Ebene für ein klares Verbot solcher Praktiken ein, auch beim digitalen Bezahlen.