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13. August 2026 | 07:00 Uhr
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Viele Firmen kennen ihre Tech-Abhängigkeit, tun aber nichts

Digitale Produkte und Dienste aus den USA sind für deutsche Unternehmen kaum zu ersetzen. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts nutzen 88 Prozent entsprechende Angebote, 31 Prozent sehen sich stark abhängig. Obwohl viele darin ein Risiko erkennen, plant mehr als jedes vierte Unternehmen keine Gegenmaßnahmen. Ifo-Chef Clemens Fuest fordert Alternativen.

KI Künstliche Intelligenz Roboter Foto iStock PhonlamaiPhoto

Fast ein Drittel der Unternehmen in Deutschland sieht sich stark abhängig von Tech-Angeboten aus den USA

Auslöser der Untersuchung war die zeitweise Sperrung der leistungsfähigsten KI-Modelle des US-Anbieters Anthropic für ausländische Nutzer durch das US-Handelsministerium im Juni. Die Maßnahme wurde zwar nach wenigen Tagen wieder aufgehoben, zeigte aber die Verwundbarkeit vieler Unternehmen.

Knapp 88 Prozent der befragten Unternehmen nutzen digitale Produkte und Dienste aus den USA. Rund 31 Prozent bewerten ihre Abhängigkeit als stark. Dennoch will mehr als jedes fünfte Unternehmen, das darin ein Risiko sieht, keine Vorsorge treffen.

Dienstleister besonders betroffen

Am stärksten betroffen fühlt sich laut Ifo der Dienstleistungssektor. Dort sehen sich 39 Prozent der Unternehmen stark abhängig. Im Bauhauptgewerbe liegt dieser Wert lediglich bei 15 Prozent. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe sagt, die Unternehmen wüssten recht genau, wie abhängig sie seien, zögen daraus aber oft keine Konsequenzen.

Hoffnung auf europäische Anbieter

Wenn Unternehmen handeln wollen, setzen sie vor allem auf europäische Alternativen. 34 Prozent nennen den Umstieg auf Anbieter aus Europa als wichtigste Maßnahme, 30 Prozent wollen ihre Lieferantenbasis verbreitern.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht jedoch ein Angebotsproblem. "Die Bereitschaft zum Wechsel ist da, das Angebot fehlt", sagt er. Europa müsse den Ausbau von Rechenzentren und Energieinfrastruktur beschleunigen und Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen. Zudem solle die öffentliche Hand europäischen Anbietern durch verbindliche Abnahmezusagen mehr Planungssicherheit geben.

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