Mehr Druck und KI prägen den Hotelvertrieb 2026
Steigende Kosten, Personalmangel und Künstliche Intelligenz verändern den Hotelvertrieb in diesem Jahr. Die Kurzreiseplattform Get Away Group identifiziert fünf Trends: mehr Preisdruck, Automatisierung am Empfang, stärkere Ausrichtung auf Leisure-Gäste, hyperpersonalisierte Angebote und unterschiedlich stark genutzte KI in Vertrieb.
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Die Get Away Group hat die Vertriebstrends 2026 vorgestellt
Im Vertrieb bleibt der wirtschaftliche Druck hoch. Neue Produkte und Marken im Budgetsegment verschärfen den Wettbewerb mit aggressiven Preisen, während Energie- und Personalkosten die Liquidität vieler Betriebe belasten. Hotels steuern gegen, indem sie unter anderem auf effiziente Vertriebskanäle setzen. Die Get Away Group registriert bei ihren Kunden längere Aufenthalte und höhere Umsätze: Im Schnitt bleiben Gäste 2,7 Nächte bei einem Umsatz von 185 Euro, beides ein Plus zum Vorjahr.
Automatisierung und Guest Experience werden wichtiger
Der Fachkräftemangel treibt den Trend zur Automatisierung voran, vor allem an der Rezeption. Digitale Check-ins, mobile Schlüssel, Whatsapp-Kommunikation und Self-Service-Terminals sind vielerorts eingeführt oder geplant. Im Premium-, Wellness- und Familiensegment bleibt das persönliche Erlebnis aber zentral. Dort dient menschliche Nähe als Differenzierungsmerkmal. Entscheidend wird 2026 sein, wie Betriebe Automatisierung und Guest Experience ausbalancieren.
Weniger Business, mehr Leisure
Parallel verschiebt sich der Fokus hin zu Leisure-Gästen. Rückläufige Geschäftsreisen und strengere Reiserichtlinien erhöhen den Druck, einen ausgewogenen Business-Leisure-Mix zu entwickeln, der die Woche über stabile Belegung ermöglicht.
Der Leisure-Markt wächst besonders im Kurzreise- und Erlebnissegment, berichtet die Get Away Group. Viele Häuser erweitern ihr Portfolio um Themenarrangements und Pakete, um Auslastungslücken zu schließen und den Revpar zu erhöhen.
Hyperpersonalisierung und klarer USP versprechen Erfolg
Reisen wird zunehmend als Erlebnis verstanden, der Preisvergleich rückt in den Hintergrund. Die klassische Übernachtung mit Frühstück verliert an Gewicht, das Zimmer als reine Schlafstätte gilt als überholt. Gäste achten stärker auf Leistungen, Produkte mit Charakter, die zu Persönlichkeit und individuellem Anspruch passen.
Das ermöglicht die gezielte Ansprache spezifischer Zielgruppen und schafft Argumente für besondere Zimmertypen. Hotels benennen Kategorien individueller, etwa "Romantik Chalet" statt "Standard Doppelzimmer". Präzisere Filter, KI-gestützte Suche und ein klarer Unique Selling Point gewinnen an Bedeutung. Emotional aufgeladene, inhaltlich und visuell konsistente Themenpakete erzielen laut Get Away Group besonders hohe Abschlussraten.
Bedeutung von KI im Vertrieb nimmt zu – aber nicht bei allen
Künstliche Intelligenz wird 2026 wichtiger, aber nicht überall gleich stark genutzt. Große Ketten setzen vermehrt KI-gestützte Prozesse ein, während viele Inhaber- und Individualhotels KI bisher vor allem für Texte und Angebote nutzen. Kernthemen wie Datenschutz, Buchungen, Personalplanung und Administration laufen weiter über das PMS. Distributionsplattformen greifen deutlich intensiver auf KI zurück. Strukturiert beschriebene Angebote erhalten bessere Platzierungen und mehr Sichtbarkeit. Da immer mehr Gäste KI-basierte Buchungssysteme nutzen, wird Reichweite zum zentralen Wettbewerbsfaktor.