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26. Mai 2026 | 07:00 Uhr
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Nord- und Ostsee-Hotels senken Preise trotz hoher Nachfrage

Obwohl die Nachfrage sehr gut ist, senken viele Hotels an Nord- und Ostsee ihre Preise. Laut einer Studie von Kohl + Partner reagieren vor allem Betriebe an der Ostsee defensiv auf kurzfristige und schwer planbare Buchungen. Die Berater warnen, dass sinkende Raten trotz guter Auslastung langfristig Positionierung und Erträge gefährden.

Deutschland Nordsee St Peter Ording Foto iStock Steimle

Ungewöhnliche Situation an Deutschlands Küsten: hohe Nachfrage und sinkende Preise

Die neue Preisstudie von Kohl + Partner zeigt deutliche Verschiebungen im Ferienhotelmarkt an Nord- und Ostsee. Zwar bleibt die Nordsee im Sommer die teurere Destination, doch die Ostsee holt im Premiumsegment auf. Gleichzeitig ist die Preisdynamik in der Hauptsaison geringer. Selbst im August bleiben Ausschläge nach oben aus.

Defensive Strategien trotz guter Nachfrage

Besonders auffällig ist der Preisrückgang einzelner Kategorien, obwohl die Nachfrage hoch ist. Im Vier‑Sterne‑Superior- und Wellnesssegment der Ostsee liegen die Raten teils unter Vorjahr. Dabei sprechen die Marktdaten für eine starke Saison: Laut Rateboard liegen die Vorbuchungen deutlich über 2025, die Hochsaison ist bereits fast zur Hälfte gebucht. "Die größte Herausforderung ist nicht fehlende Nachfrage, sondern der Umgang mit Unsicherheit", sagt Gabriele Maessen von Kohl + Partner. Viele Betriebe reagierten auf kurzfristigere Buchungsfenster mit defensiven Preisen. Das stelle ein Risiko für Positionierung und Profitabilität dar, so die Expertin.

Markt wird volatiler

Kurzfristige Peaks, höhere Stornierungsquoten und wachsende Wetterabhängigkeit erschweren die Planung. Klassische Preislisten stoßen an Grenzen, während dynamische Modelle an Bedeutung gewinnen. Doch gerade im Drei‑Sterne‑Segment bleibt die Umsetzung oft aus. Zum Jahreswechsel zeigt sich ein anderes Bild: Viele Häuser sind ausgebucht oder geschlossen, die verbleibenden Betriebe setzen hohe Preise durch. Nord- und Ostsee nähern sich dann im Preisniveau an.

Die Studie mache deutlich, dass flexible, datenbasierte Preisstrategien entscheidend werden. Starre Modelle reichen in einem zunehmend volatilen Markt nicht mehr aus, so die Autoren.

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