Transformation statt Neubau am Beispiel des Moxy Zürich
Mit der Umwandlung des ehemaligen H+ Hotels in das Moxy Zürich hat SV Hotel erstmals ein bestehendes Haus transformiert, statt neu zu bauen. Im Gespräch mit dem Schweizer Hotelverband erläutert Manager Marco Meier, welche Rolle Standort, Marke und Zielgruppe spielen und wann sich eine Neupositionierung für Hotels lohnt.
SV Hotel
Marco Meier von SV Hotel sprach bei Hotellerie Suisse über die Transformation hin zum neuen Moxy
Ausgangspunkt war das ehemalige H+ Hotel Zürich. Die Eigentümerin UBS suchte nach dem Auslaufen des bestehenden Vertrags einen neuen Betreiber und ein neues Konzept für die Immobilie. SV Hotel entschied sich für die Umwandlung in ein Moxy-Hotel der Marriott-Gruppe. Für das Unternehmen war es die erste Transformation eines bestehenden Hotels. Die bisherigen Projekte waren Neubauten.
Start in sechs Monaten statt nach mehreren Jahren
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber einem Neubau lag in der kürzeren Entwicklungszeit. Während zwischen Vertragsabschluss und Eröffnung eines Neubaus häufig mehrere Jahre liegen, standen nach der Übergabe des Objekts lediglich sechs Monate für Umbau und Repositionierung zur Verfügung. Gleichzeitig bot die bestehende Struktur die Möglichkeit, einzelne Elemente weiterzunutzen und Investitionen gezielt einzusetzen.
Standort, Konzept und Marke müssen passen
Für den Erfolg einer Transformation ist nach Ansicht von Meier die Kombination aus Standort, Konzept und Marke entscheidend. Das Moxy-Konzept passe zur Lage am Letzigrund-Stadion und zur Entwicklung des Quartiers. Zudem profitiere das Hotel von der internationalen Bekanntheit der Marke Marriott und deren Loyalitätsprogramm.
Heterogene Nachfrage durch die Nähe zum Stadion
Die größte Herausforderung war die enge Timeline, sagt Meier. Hinzu kam, dass die Vermarktung erst nach der endgültigen Abnahme des Hotels möglich war. Dadurch fiel der Markteintritt in eine nachfrageschwächere Periode.
Die Zielgruppe des Hauses setzt sich heute aus Freizeit- und Businessgästen zusammen. Besonders bei Veranstaltungen im Stadion verändert sich die Nachfrage deutlich. Den Erfolg der Transformation misst SV Hotel an Auslastung, Durchschnittsrate, Gästezufriedenheit und der Entwicklung im Vergleich zum Businessplan.
Für Hoteliers empfiehlt Meier eine grundlegende Transformation insbesondere dann, wenn ohnehin größere Renovierungen anstehen oder sich Marktumfeld, Wettbewerb oder Zielgruppen wesentlich verändern. Entscheidend sei eine klare Positionierung und die Bereitschaft, Entscheidungen zügig umzusetzen.
Das Gespräch hat Hotellerie Suisse auf Youtube veröffentlicht.