Novum löst Konflikt in Mainz mit hohen Abfindungen
Im Fall der Entlassungen der gesamten Belegschaft eines Hotels von Novum Hospitality in Mainz ist eine Einigung erzielt worden. Mit 90 Prozent der Mitarbeiter konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Der Gesamtbetriebsrat hatte vermittelt. Doch es gibt weiter Fragen zur künftigen Organisation der Hotelbetriebe.
Novum Hospitality
Die gekündigten Mitarbeiter des Mainzer Garner Hotels haben sich überwiegend für ein Abfindungsangebot von Novum Hospitality entschieden
Rund drei Wochen nach der Kündigungswelle im Mainzer Garner Hotel haben sich die Hamburger Hotelgruppe Novum Hospitality und die rund 30 betroffenen Beschäftigten auf Abfindungen geeinigt. Laut dem an den Verhandlungen beteiligten Frankfurter Arbeitsrechtler Dirk Scheurich hätten 90 Prozent der Gekündigten das Angebot angenommen. Die Abfindungen liegen nach seinen Angaben deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Maß.
Als Grund für die Entlassungen nennt Novum Hospitality Missstände im Hotelbetrieb. Die Gewerkschaft NGG hatte dagegen vermutet, die Kündigungen sollten eine Betriebsratsgründung verhindern. Diesen Vorwurf hatte Novum-Geschäftsführerin Samira Etmenan stets zurückgewiesen.
Wie Hotel vor9 erfahren hat, soll es in dem Hotel qualitative Defizite und auch vereinzeltes Fehlverhalten von Mitarbeitern gegeben haben. "Aber hier hat das Management überreagiert", so Scheurich. Denn eine Kollektivstrafe für individuelles Fehlverhalten sei arbeitsrechtlich nicht haltbar. Entgegen erster Berichte war in Mainz ausschließlich das Garner Hotel betroffen. Das zweite Novum-Haus in der Stadt, ein Holiday Inn, blieb hingegen von Kündigungen verschont. Das bestätigte nun der Novum-Gesamtbetriebsrat gegenüber Hotel vor9.
Ungeklärt bleibt derweil, wie Novum Hospitality den Hotelbetrieb in Mainz und an anderen Standorten künftig organisieren will. Das Garner Hotel wird derzeit mit Leiharbeitern betrieben. Zudem steht für die gesamte Hotelgruppe die Einführung von Zentralgesellschaften im Raum, über die Bereiche wie Haustechnik oder Housekeeping standortübergreifend gebündelt werden könnten. Eine solche Gesellschaft für Haustechniker existiert bereits. Der Gesamtbetriebsrat fordert, über die Reorganisation informiert und eingebunden zu werden.
Pascal Brückmann