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5. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Reisetopia schärft Profil und trennt Luxushotel-Geschäft ab

Das Berliner Unternehmen Reisetopia um Gründer Moritz Lindner (Foto) vollzieht einen strategischen Wandel. Künftig wird die Luxushotel-Buchungsplattform unter der neuen Marke Suitespot eigenständig positioniert, während sich Reisetopia künftig auf Finanzprodukte und Meilenprogramme konzentriert.

Reisetopia CEO Moritz Lindner

Reisetopia-CEO Moritz Lindner 

Zehn Jahre nach der Gründung stellt sich Reisetopia neu auf. Die beiden Geschäftsbereiche, das Luxushotel-Buchungsportal und die Finanzprodukt-Vermittlung, werden voneinander getrennt und jeweils geschärft. Das Hotelgeschäft unter der neuen Marke Suitespot, vormals Reisetopia Hotels, wird ab sofort eigenständig betrieben. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen eine fünfstellige Zahl an Hotelbuchungen. 

Das Portfolio umfasst aktuell rund 4.500 aktive Hotels weltweit, mit denen Suitespot inzwischen ausschließlich direkte vertragliche Beziehungen unterhält. Diese Konstellation verschafft dem Unternehmen nicht nur wirtschaftliche Vorteile durch den Wegfall von Revenue-Shares, sondern vor allem eine einheitliche Customer Journey. "Die Hotels wissen jetzt direkt, dass die Buchung von uns kommt." Die im Oktober 2024 eingeführte Premium-Mitgliedschaft für 99 Euro jährlich hat sich durchgesetzt. "Wir haben 99 Prozent Premium-Nutzung", so Lindner. Die kostenlose Basis-Mitgliedschaft existiert zwar noch, spielt aber praktisch keine Rolle mehr. 

Bei der geografischen Verteilung zeigt sich ein klares Bild: Etwa 85 Prozent der buchenden Kunden kommen aus Deutschland, rund zehn Prozent aus der Schweiz. Bei den gebuchten Hotels entfällt etwa ein Drittel auf den deutschsprachigen Raum, während USA, Vereinigte Arabische Emirate, Thailand, Österreich und Großbritannien jeweils rund fünf Prozent Marktanteil ausmachen.

Reisetopia fokussiert sich künftig primär auf Finanzprodukte

Die Stammmarke Reisetopia, die weiterhin für rund drei Viertel der Umsätze steht, wird ebenfalls inhaltlich neu ausgerichtet. "Wir bewegen uns weg davon, als allgemeine Reise-Website wahrgenommen zu werden", erklärt Lindner. Künftig konzentriert sich die Berichterstattung ausschließlich auf Loyalitätsprogramme, Finanzprodukte und Luxusreisen.

Der Grund für die Fokussierung ist auch hier wirtschaftlicher Natur: "Allgemeine Reisenews bringen zwar hohe Klickzahlen über Google Discover, aber kaum Conversion", so Lindner. Zudem soll die thematische Schärfung die Domain Authority bei Suchmaschinen verbessern. "Wir wollen Google zeigen, wofür wir wirklich stehen." Das Geschäftsmodell von Reisetopia basiert auf der Vermittlung von Finanzprodukten wie Kreditkarten. Flugbuchungen laufen über Affiliate-Partner wie Skyscanner und dienen primär dazu, die Customer Journey abzurunden. "Umsatzseitig spielt das keine wirkliche Rolle", räumt Lindner ein.

Das Unternehmen ist seit Gründung profitabel 

Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeiter am Standort Berlin, wobei viele Funktionen zwischen den beiden Geschäftsbereichen geteilt werden. An der Gesellschafterstruktur mit fünf Anteilseignern hat sich nichts geändert, externe Investoren wurden bis zum heutigen Tage nicht aufgenommen. "Wir sind seit dem ersten Tag profitabel", betont Lindner. Während Suitespot mit 30 bis 50 Prozent jährlich wächst, verzeichnet Reisetopia ein niedriges zweistelliges Wachstum, bei allerdings deutlich größerer Basis.

Pascal Brückmann

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