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3. Februar 2026 | 20:54 Uhr
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So will Conrad den Hamburger Hotelmarkt erobern

Seit September 2025 empfängt das erste deutsche Hotel der Hilton-Luxusmarke "Conrad" die Gäste im historischen Levantehaus. General Manager Gordon Debus (Foto) erklärt, warum der lokale Markt mit seinem hotelaffinen Publikum besondere Anforderungen, aber auch Chancen bereithält.

Gordon Debus General Manager Conrad Hamburg MHP

Ist im Conrad angekommen: Conrad Debus verantwortet das neue Hamburger Luxushotel für MHP

Das Haus mit 283 Zimmern konnte gemäß Zeitplan und innerhalb des veranschlagten Neubaubudgets im Herbst eröffnet werden. Betrieben wird das Conrad von der Münchener MHP Hotel AG. Vor Ort ist Gordon Debus als General Manager für die operativen Belange des Hauses verantwortlich. Debus hat bereits viel Erfahrung im Luxussegment, u. a. mit Stationen als GM im Hotel de Rome in Berlin oder im A-Rosa Sylt.

Im Gespräch mit Hotel vor9 zeigt er sich mit dem Start zufrieden: "Wir sind gut angekommen, gerade mit unserer Gastronomie. Jetzt geht es darum, die Prozesse so aufzustellen, dass wir auch höhere Auslastungen problemlos bewältigen", sagt Debus.

Die Ziele für das erste Jahr sind klar definiert

Die Erwartungen sind klar definiert: 56 Prozent Auslastung im ersten vollen Betriebsjahr, danach 70 Prozent – das Niveau der etablierten Wettbewerber in diesem Segment. "Um ein Haus optimal am Markt zu positionieren, braucht man anderthalb bis zwei Jahre. Wir arbeiten intensiv an Themen wie Markenbekanntheit, Wiederkehrerquote und einer klaren Positionierung im Hamburger Luxusmarkt. Das Fundament steht – jetzt geht es darum, Profil zu zeigen.", erläutert der General Manager.

Das Hotel ist zwar mit einem neuen Namen ausgestattet und auch mit Millionensummen saniert, muss sich aber nicht als völlig fremdes Angebot seine Position im Hamburger Markt aufbauen. Schließlich befand sich im Levantehaus bis 2023 das Park Hyatt. Somit kann das Conrad zumindest teilweise auf diese Historie zurückgreifen. Denn die Hamburger waren über Jahrzehnte mit einem Luxushotel im Levantehaus vertraut. Das gilt auch für eine gewisse Anzahl der Mitarbeiter, die schon für das Vorgängerhotel tätig waren, darunter Chef-Concierge Patrick Schembri.

Hamburger nutzen die Hotels ihrer Stadt für das Gesellschaftsleben

Das ist auch deshalb so wichtig, da sich Hamburg von anderen deutschen Standorten deutlich unterscheidet. "Im Vergleich zu Berlin ist es hier so, dass die Hamburger tatsächlich in die Hotels zum Essen gehen und gewisse Häuser auch eine enorm starke Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadtgesellschaft spielen. Hotels wie das Vier Jahreszeiten oder das Tortue haben da hervorragende Arbeit geleistet", berichtet der General Manager.

Conrad

Für das Conrad bedeutet das: Die Gastronomie mit dem Restaurant Greta Otto richtet sich an die Hamburger wie Hotelgäste gleichermaßen. Auch das Angebot für Drinks und Cocktails soll die Hamburger anziehen. Eine lebendige Bar sei wichtig für den Gesamteindruck, betont Debus. Niemand wolle in einem Hotel übernachten, dessen Gastronomie langweilig wirke. Allerdings, das Conrad ist hier durchaus mit einer baulichen Herausforderung konfrontiert. Das Hotel verfügt über keinen Straßenzugang, auch gibt es kein echtes Erdgeschoss. Umso wichtiger also, dass Debus und sein Team aktives Destinationsmarketing für das Hotel und die Gastronomie betreiben. Durch intensive Netzwerkarbeit und neue Veranstaltungen, damit die Hamburger das Haus gezielt aufsuchen.

Den relevanten Wettbewerb in der Hansestadt sieht Debus bei vier bis fünf Häusern: Vorneweg das Fontenay und das Vier Jahreszeiten, außerdem das Atlantic, aber auch das Tortue. Auf eine klassische Sternebewertung wird dennoch verzichtet. Aber dem Forbes-Ratingsystem hat man sich angeschlossen und lässt sich künftig von der US-Medienmarke auf Basis eines eigenständigen Katalogs an Qualitätskriterien überprüfen.

Conrad als eine flexible Luxusmarke mit starkem Vertriebsnetz

Die Entscheidung für Hilton als Franchisegeber war für MHP vor allem strategisch motiviert. Das Hilton Honors Programm gilt als enorm mächtiges Vertriebsinstrument. Die Marke Conrad ist in Asien und Nordamerika bereits gut etabliert und die internationale Gästeklientel fasst bei einer Deutschland-Reise vermutlich gerne das Conrad an der Elbe ins Auge. In Europa ist die Marke Conrad hingegen gerade erst auf dem Markt angekommen. Das Conrad Hamburg ist das erste Haus der Marke in Deutschland. In Kürze sollen aber mit Athen und Korfu zwei Standorte hinzukommen. "Conrad verbindet Luxus mit einer modernen Ausprägung. Kunst und Design sind stark verankert, gleichzeitig haben wir mehr Flexibilität als bei anderen Luxusmarken", formuliert Debus, wofür die Marke aus seiner Sicht steht.

Aktuell beschäftigt das Hotel rund 120 Mitarbeiter, bei voller Auslastung sollen es 250 bis 270 werden. Eine Besonderheit in der heutigen Zeit: Housekeeping und Stewarding werden komplett intern abgewickelt. "Das ist qualitativ ein großer Vorteil", begründet Debus diese Grundsatzentscheidung des Betreibers MHP.

Pascal Brückmann

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