Tagungshotels sehen 2026 überwiegend optimistisch entgegen
Die meisten Tagungshotels blicken optimistisch ins neue Jahr, das zeigt der vom Hotelier Martin Kirsch, Branchenverbänden und der Agentur Repecon erstellte Mice-Konjunkturindex. 55 Prozent erwarten eine positive Entwicklung. Pharma, Finanzen und Industrie gelten als stärkste Nachfragetreiber.
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Die meisten Tagungshotels erwarten ein gutes Jahr 2026
Die aktuelle Erhebung des Mice-Konjunkturindex Hotel signalisiert einen Stimmungsumschwung im Tagungsmarkt. Nach einer stabilen Entwicklung 2024 und einem schwierigen Jahr 2025 zeichnen die 229 befragten Entscheider aus der Tagungshotellerie ein überwiegend positives Bild für 2026. Lediglich eine kleine Minderheit erwartet rückläufige Geschäfte.
Unterschiedliche Erwartungen, je nach Hoteltyp
Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede je nach Struktur der Häuser. Individualhotels bewerten das vergangene Jahr besser und gehen mit verhaltenem Optimismus in das neue. Kettenhotels hingegen sehen ihre Lage stabiler. "Kettenhotels starten mit mehr Planungssicherheit und insgesamt höheren Erwartungen in das Jahr 2026", erklärt Birgit Werner von Repecon.
Auch die Größe der Betriebe spielt eine Rolle. Tagungshotels mit bis zu 50 Zimmern, in den überwiegenden Fällen eigentümergeführt, sehen meist positiver in die Zukunft als mittlere Unternehmen mit 50 bis 100 Zimmern. Häuser mit selbst generiertem Tagungsgeschäft bewerten das Jahr 2025 positiver und beurteilen die Aussichten auf 2026 besser. Noch höher sind die positiven Erwartungen für das laufende Jahr von Häusern im Besitz einer Hotelkette oder eines Konzerns.
Regionale Unterschiede
Der Süden Deutschlands blickt laut Index auf ein schwierigeres Jahr 2025 zurück. Im Norden fällt die Bilanz milder aus, und die Perspektiven erscheinen solider. Diese regionale Spreizung prägt die Erwartungshaltung für das laufende Jahr.
Nachfrage aus Schlüsselbranchen
Die höchste Nachfrage wird 2026 aus der Pharmaindustrie erwartet. Mit einem Anteil von 21 Prozent liegt sie klar vor den Bereichen Finanzen, Versicherungen und Banken mit 15 Prozent. Industrie und Manufacturing folgen mit gut neun Prozent. Für Sales- und Revenue-Teams bedeutet das eine Marktöffnung, jedoch nicht gleichmäßig über alle Segmente. Birgit Werner betont, dass gezielte Positionierung und aktive Budgetsteuerung notwendig seien, um vom erwarteten Nachfrageplus profitieren zu können.