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2. Februar 2023 | 07:00 Uhr
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Zinsen, Energie und Inflation sind größte Herausforderungen

Trotz konjunkturhemmender Zinsentwicklung, Inflation und steigender Energiepreise erwarten die Hotelberater von MRP eine Beruhigung des Marktes. "Die Branche hat gelernt, sich auf veränderte Marktbedingungen einzustellen und entsprechend flexibel zu reagieren", kommentiert Martin Schaffer (Foto), Managing Partner bei MRP, die Lage.

MRP Martin Schaffer Managing Partner Foto MRP

Verhalten optimistisch blickt MRP-Partner Martin Schaffer in die Zukunft

MRP hat sieben Experten aus den Bereichen Gastgewerbe, Tourismus, Zukunftsforschung sowie Stadt- und Projektentwicklung befragt und gemeinsam mit ihnen in die Glaskugel geschaut. Das erwarten sie für das laufende Jahr:

Die Performancezahlen der Ferienhotellerie werden voraussichtlich dieses Jahr auf 2019er-Niveau steigen. Die Stadthotellerie wird langsam nachziehen, aber eine vollständige Erholung erst 2024 erreichen.

Ein weiterer erheblicher Anstieg der Rate wird notwendig sein, um die inflationsbedingt gestiegenen operativen Kosten auszugleichen. Allerdings werden viele Betriebe nicht in der Lage sein, die erforderlichen Preise durchzusetzen.

Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren sind die Vorausbuchungen weniger kurzfristig. Dennoch wird von einigen Experten eine verhaltene Nachfrage erwartet, da die gestiegenen Energiekosten die Reiseentscheidung von Privathaushalten beeinflussen werden.

Im Budget-Bereich wird viel automatisiert, um für ein preissensibles Publikum attraktiv zu bleiben und mit dem Mangel an Mitarbeitern besser zurechtzukommen. Das Premium-Segment konzentriert sich weiter auf den persönlichen Service sowie Angebotsvielfalt, wird aber seine Preise aufgrund stark steigender Mitarbeiterkosten deutlich erhöhen müssen. Der Druck steigt am stärksten im mittleren Segment, da hier eine Abwanderung des Zielpublikums aufgrund von erhöhter Preissensibilität zu erwarten ist.

Die allgemeine Marktunsicherheit und das volatile Finanzierungsumfeld bremsen die Hotelverkäufe. Banken zeigen sich weiterhin vorsichtig. Sich ständig ändernde Finanzierungsanforderungen und Baukosten machen Kalkulationen von neuen Projekten nahezu unmöglich. Daher stehen Transaktionen unterbewerteter Immobilien oder Transaktionen von Bestandsimmobilien weiter im Fokus der Investoren.

Vollständig digitalisierte Produkte, wie neue Serviced-Apartment-Konzepte, erreichen auch bei geringerer Auslastung den Break-Even, da weniger Personal benötigt wird und somit weniger operative Kosten entstehen.

Im Zuge der weiter wachsenden Relevanz der ESG(Environmental, Social, Governance)-Regulatorik sind Betreiber, Eigentümer und Entwickler trotz aktuellem Kostendruck dazu gezwungen, entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

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