1912 Hotels will bis 2028 auf 20 Häuser in Europa wachsen
Die erst 2024 gegründete Hotelbetreibergesellschaft 1912 Hotels mit Sitz in Hamburg legt gerade ein beachtliches Wachstumstempo vor und positioniert sich als europäischer Operator mit deutschem Qualitätsanspruch. Gesellschafterin und Geschäftsführerin Katharina Hohn (Foto) erklärt die Strategie.
1912 Hotels
Katharina Hohn gibt Einblicke in die Strategie und die Zukunftspläne von 1912 Hotels
Hinter 1912 Hotels stehen zwei Namen, die in der Branche keine Unbekannten sind: Geschäftsführende Gesellschafterin Katharina Hohn, die zuvor unter anderem bei DSR Hotels tätig war und deren fachlicher Hintergrund im Bereich Finance und Controlling liegt, sowie Co-Geschäftsführer Audun Lekve, ehemaliger Gesellschafter und Geschäftsführer der Betreibergesellschaft RIMC. Gemeinsam haben sie in gerade einmal eineinhalb Jahren ein Portfolio von sieben Hotels in fünf Ländern aufgebaut. Und arbeiten mit einer Pipeline, die das Unternehmen bis Mitte 2028 auf eine Größe von 20 Häusern bringen soll.
"Wir verstehen uns als europäische Betreibergesellschaft mit Sitz in Deutschland und einem klaren deutschen Qualitätsanspruch", erklärt Hohn im Gespräch mit Hotel vor9. Das Unternehmen arbeitet dabei eng mit Eigentümern und internationalen Markenpartnern zusammen und übernehme sowohl das vollständige Hotelmanagement als auch spezialisierte Aufgaben im Bereich Food & Beverage.
Erstes Haus am Platz in der jeweiligen Microlage – auch abseits der Metropolen
Die Akquisitionsstrategie von 1912 Hotels folgt laut Hohn einem klaren Prinzip: Gesucht wird stets das erste Haus am Platz in der jeweiligen Microlage – also das führende oder prägendste Hotel einer Destination. Dabei beschränkt sich das Unternehmen ausdrücklich nicht auf A-Standorte in Großstädten. Auch B- und C-Standorte kommen infrage, sofern das jeweilige Objekt eine dominante Marktposition einnimmt oder das Potenzial dafür mitbringt.
Dieser Ansatz spiegelt sich bereits im aktuellen Portfolio wider. Neben urbanen Häusern wie dem Affiliated by Melia in Budapest, dem Mercure Raphael in Wien oder dem Mercure St. Pauls in Sheffield finden sich auch Objekte in kleineren Märkten: das Strandhotel Ahlbeck auf Usedom, das Hotel Millenium Park im österreichischen Lustenau oder das Oak Firehouse in Ljubljana. Für mehrere dieser Häuser stehen Veränderungen an: Beim Wiener Mercure Raphael ist ein Markenwechsel im Sommer geplant, für das Strandhotel Ahlbeck und das Hotel Millenium Park Lustenau sollen ebenfalls im Sommer neue Markenankündigungen folgen. Das Mercure St. Pauls Sheffield wird im Mai 2026 einer Markenkonversion unterzogen.
Personalsynergien über das Portfolio hinweg
Einen operativen Vorteil des wachsenden Portfolios sieht Hohn beim Thema Personal. "Durch die Mischung aus städtischen und touristischen Standorten können wir saisonale Schwankungen innerhalb des Unternehmens abfedern", sagt die geschäftsführende Gesellschafterin. Konkret könne man in Absprache mit den Mitarbeitenden punktuell Hotelwechsel innerhalb des Portfolios ermöglichen. Etwa dann, wenn ein Ferienhotel in der Nebensaison weniger Personal benötigt, während ein Stadthotel gleichzeitig höhere Auslastung verzeichnet. Und umgekehrt. Für die Mitarbeitenden bedeute das mehr Abwechslung und Beschäftigungssicherheit, für die Häuser eine stabilere Personaldecke.
Gastronomie als strategischer Hebel
Ein weiteres Differenzierungsmerkmal von 1912 Hotels ist der Zugriff auf geeignete Gastronomie-Konzepte und Marken über das Joint Venture "1912 Hospitality", das 1912 Hotels gemeinsam mit der in Marbella ansässigen Sala Group betreibt. Laut Hohn ermöglicht diese Struktur, die Food-&-Beverage-Bereiche der Hotels gezielt aufzuwerten. Ein Bereich, den viele Mitbewerber aufgrund seiner niedrigeren Margen oft stiefmütterlich behandeln. Doch mit den ausgefeilten Gastrokonzepten würden sich durchaus sehr positive Ergebnisse erzielen lassen.
Wachstumsziel: 20 Hotels bis Mitte 2028
Die Pipeline von 1912 Hotels ist beachtlich. Drei Projekte befinden sich laut dem Unternehmen derzeit im Bau: ein Hotel im 21. Wiener Bezirk, eines in Hannover und eines in Riga. Drei weitere Eröffnungen sind noch für 2026 geplant – im Schwarzwald, am Arlberg in Österreich sowie an einem weiteren deutschen Standort, der in Kürze bekanntgegeben werden soll.
Ab 2027 will 1912 Hotels dann in die nordischen und baltischen Länder expandieren sowie weitere Standorte in Ostdeutschland und Österreich erschließen. "Unser Ziel ist es, Mitte 2028 zwanzig Hotels in Betrieb zu haben", sagt Hohn.
Pascal Brückmann