Insolvenzverfahren bei 12.18. Investment Management
Die 12.18. Investment Management GmbH hat beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Gesellschaft ist Teil der 12.18.-Gruppe, zu deren Hotelbeteiligungen unter anderem das Hotel Stadt Hamburg auf Sylt und das 7Pines Resort Ibiza gehören.
12.18.
Das ist der Unternehmenssitz von 12.18. am Düsseldorfer Kö-Bogen
Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Jens Schmidt zum vorläufigen Sachwalter. Geschäftsführer Uwe Drangmeister bleibt im Amt und wird von der Kanzlei Kebekus Partner begleitet.
Nach Angaben des Unternehmens betrifft das Verfahren ausschließlich die Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaft. Die operativen Gesellschaften der 12.18.-Gruppe seien rechtlich eigenständig und nicht Teil des Insolvenzantrags. Der Geschäftsbetrieb der Hotels und weiteren operativen Einheiten soll unverändert weiterlaufen; für Gäste, Kunden und Geschäftspartner soll es keine Änderungen geben.
Überprüfung des Beteiligungsportfolios Bestandteil des Sanierungsverfahrens
Als Grund für den Antrag nennt die Gesellschaft das schwierige Marktumfeld. Notwendige Liquiditätszuflüsse aus geplanten Teilverkäufen seien nicht rechtzeitig zustande gekommen. Damit sei die Finanzierung des bisherigen Geschäftsbetriebs nicht mehr gesichert gewesen.
Die 12.18.-Gruppe ist über Beteiligungen und Projekte in den Bereichen Hotellerie, Hospitality, Immobilien und Projektentwicklung aktiv. Zum Portfolio gehören unter anderem Standorte auf Ibiza und Sardinien mit 7Pines Resorts, das Hotel Stadt Hamburg auf Sylt sowie Projekte auf Teneriffa und in Roxburghe. Im Mittelpunkt der Eigenverwaltung sollen nun die Überprüfung des Beteiligungsportfolios, der Finanzierungsstrukturen und strategischer Optionen stehen. Ziel sei es, Werte zu erhalten und die Unternehmensstruktur neu zu ordnen.
Die 12.18. Investment Management GmbH beschäftigt nach Unternehmensangaben fünf Mitarbeiter und verantwortet vor allem Beteiligungs- und Finanzierungsstrukturen. Laut dem Datendienstleister North Data wurde die 12.18. Hospitality Management GmbH bereits Anfang 2026 liquidiert.
Enge Verbindung zwischen Hoteliersfamilie Lindner und 12.18.
Die Kanzlei Kebekus Partner hatte bereits die Düsseldorfer Hotelgruppe Lindner durch deren Insolvenz in Eigenverwaltung begleitet. Auch zwischen der 12.18.-Gruppe und der Familie Lindner bestehen enge Verbindungen: Das Unternehmen ging aus der Lindner Investment Management GmbH der Hoteliersfamilie hervor. Jörg Lindner war bis Juni 2025 Geschäftsführer der 12.18. Investment Management GmbH.
Seit 2015 gilt das Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk (VZB) als wichtiger Finanzier der 12.18.-Gruppe. Nach Angaben des Handelsblatts (Abo) soll die Versorgungskasse insgesamt rund 200 Millionen Euro für Projekte und Unternehmensbeteiligungen bereitgestellt haben. Zunächst über Darlehen, später auch durch eine direkte Kapitalbeteiligung. Seit 2018 hielt das VZB dem Bericht zufolge 50 Prozent an der Gruppe und erhöhte seinen Anteil später auf 60 Prozent. Die übrigen Anteile verblieben laut Handelsblatt bei der Unternehmerfamilie Lindner.
Pascal Brückmann