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11. Juli 2022 | 16:51 Uhr
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Tourismus und Gastronomie verlieren die meisten Fachkräfte

Kaum eine andere Branche hat im ersten Pandemiejahr so viele Mitarbeiter an andere Branchen verloren wie das Gastgewerbe und der Tourismus. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kehrten 2020 rund 216.000 Personen ihrem Beruf den Rücken. Im Jahresschnitt waren in der Branche rund 788.600 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Corona Hotel Restaurant Mice Foto iStock Michele

Gastgewerbe und Tourismus haben in der Pandemie viele Mitarbeiter verloren

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34.800 Mitarbeiter aus Gastronomie, Hotel und Tourismus wechselten in Verkaufsberufe, etwa als Kassierer in den Supermarkt. Rund 27.200 Menschen traten einen neuen Job im Verkehr- und Logistikbereich an. Auch der Bereich Unternehmensführung und -organisation profitierte von Jobwechseln: Hier fingen 27.100 Menschen neu an, unter anderem in Sekretariaten. Beliebte Branchen waren zudem die Lebensmittelherstellung, Reinigungsberufe und Erziehung.

Insgesamt wurden über alle Bereiche hinweg weniger Arbeitsverhältnisse beendet als vor der Krise. Ohne politische Maßnahmen wie Kurzarbeit hätten höchstwahrscheinlich deutlich mehr Menschen ihren Job verlassen, schreiben die Wissenschaftler des IW. Trotzdem orientierten sich viele Mitarbeiter um, wenn die wirtschaftlichen Aussichten getrübt seien, neue Lockdowns drohten und nicht klar sei, welche Perspektive die Branche kurzfristig bieten könne.

"Während der Krise dürfte für viele Sicherheit noch wichtiger geworden sein", sagt Studienautorin Paula Risius. "Aber auch weichere Faktoren spielen eine größere Rolle, beispielsweise feste Arbeitszeiten, die sich gut mit dem Privatleben verbinden lassen." Damit Unternehmen wieder mehr Arbeitskräfte finden können, müssten sie als Arbeitgeber attraktiver werden – also beispielsweise die Vereinbarkeit von Schichtarbeit und Familie verbessern, mit Arbeitszeitkonten für mehr Flexibilität oder der Organisation von Kita-Betreuung in Randzeiten.

"Allerdings wird sich das Problem des Fachkräftemangels damit nicht komplett lösen lassen", so Risius. "Ohne weitere politische Unterstützung, beispielsweise bei der Förderung von Fachkräftezuwanderung, wird es nicht gehen."

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