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6. September 2023 | 07:00 Uhr
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Website für Hotels mit E-Ladeinfrastruktur

Wer mit einem E-Auto in den Urlaub fährt, sucht sich ein Hotel mittlerweile danach aus, ob es über eine Lademöglichkeit verfügt. Um diese Häuser sichtbar zu machen, hat der Dresdener Alexander Creutzburg (Foto) eine Internetseite entwickelt, bei der sich Hotels gratis auflisten lassen können – noch.

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Alexander Creutzburg hat das Portal Charged Travel gegründet, das Hotels mit E-Ladestationen listet

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Alexander Creutzburg ist seit drei Jahren überzeugter Besitzer eines E-Autos und viel auf Reisen. Der Inhaber der Dresdener Hotelmarketingagentur Xport.de sucht sich deswegen immer Hotels mit einer Lademöglichkeit für sein Fahrzeug aus. Das war aber gar nicht so einfach. „Ich hatte das Gefühl, dass es keine Website oder Plattform gibt, die mir auf einen Blick die Standorte entsprechender Hotels aufzeigt“, sagt er. Also machte er es eben selbst.

Unter dem Siegel seiner Agentur veröffentlichte Creutzburg die Website Charged.travel, auf der Hotels ihre Lademöglichkeiten angeben können. Mit Kontaktadresse, Kurzbeschreibung des Hauses sowie Angaben zu den Abrechnungsmodalitäten. Bislang haben etwa 80 Hotels in ganz Deutschland mitgemacht, größtenteils privat geführte Hotels. Creutzburgs Plan ist ganz klar, dass es dabei nicht bleibt. „Unser Ziel ist es auf jeden Fall, nicht nur in Deutschland, sondern auch im DACH-Raum und den angrenzenden Ländern präsent zu sein“, Anfragen aus Österreich, der Schweiz und Südtirol habe es bereits gegeben.

Sichtbarkeit und Reichweite für teilnehmende Hotels

Eine direkte Buchungsmöglichkeit zu den betreffenden Hotels findet man auf der Seite nicht, das sei auch „nie geplant gewesen“, wie er sagt. Creutzburg möchte den teilnehmenden Hotels vielmehr eine „Sichtbarkeit und Reichweite“ bieten, damit sie vermehrte Direktbuchungen erhalten und nicht über OTAs wie Booking.com gehen müssen.

Der Eintrag für Hoteliers auf der Seite ist noch gratis, wie er angibt. Ab einem späteren Zeitpunkt, „vielleicht im nächsten Jahr“, werde Charge.travels einen Premium-Eintrag bieten, über den ich Hotels beispielsweise hervorgehoben anzeigen lassen können. Dies solle dann über eine feste monatliche oder jährliche Gebühr, laut Creutzburg „im unteren dreistelligen Bereich“ abgegolten werden.

Manche Details noch schwammig

Bis dahin gelte es aber auch noch, an den Details zu feilen. Bislang werden die Angaben der Hotels weder kuratiert oder überprüft, was zu einigen offenen Fragen für die Benutzer von E-Autos führt. Zwar sind Angaben zur Nutzung von grünem Strom, technische Details zu den Ladestationen und deren Anzahl sowie die Kennzeichnung, ob es sich um eine eigene Lademöglichkeit des Hotels oder eine öffentliche handelt, hinterlegt.

Bei den ebenfalls angegebenen Zahlungsmöglichkeiten gibt es aber noch einige schwammige Formulierungen. Die Option „EC- oder Kreditkarte“ ist an sich eindeutig, aber ob es seitens des Hotels eine korrekte Abrechnung der genutzten Kilowattstunden gibt, sieht man nicht. Des Öfteren entdeckt man zu den Abrechnungsmodalitäten Angaben wie „sonstige“ oder „pauschal über die Location“, was ebenfalls viele Fragen aufwirft, zumal eine pauschale Abrechnung laut einem Dehoga-Leitfaden zu „Ladelösungen in einem Hotelbetrieb“ nach geltendem Recht gar nicht erlaubt ist.

Weitere Verdienstmöglichkeiten

Um dies künftig zu verhindern, plant Creutzburg künftig eine Art „Zertifikat, ein Verified Siegel“, für das sich Hotels bewerben können und wofür die Angaben dann auch überprüft werden. Dies wäre für Creutzburg auch neben einem Premium-Eintrag eine weitere Variante, Geld mit der Website zu verdienen. Angedacht wurde auch ein Bereich mit servicerelevanten Informationen rund um die E-Mobilität, die auch von externen Anbietern kommen können – gegen eine Gebühr.

Es bleibt also noch einiges zu tun, für Creutzburg rangiert Charged.travel noch als Nebenprojekt. Von dem er aber total überzeugt ist, denn mit der immer weiter voranschreitenden E-Mobilität nehme das Thema „Lade-Infrastruktur“ immer mehr Fahrt auf. „Das ist wie damals mit dem WLAN“, sagt er. „Das gab es anfangs auch nicht überall – aber jetzt hat es jeder.“

Sven Schneider

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