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9. Oktober 2021 | 20:41 Uhr
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Mindestlohn und Mitarbeitermangel drücken auf die Stimmung

Im September setzten Hotels und Restaurants 5,3 Prozent weniger um als im Vorkrisenjahr 2019. Betriebe mit überwiegend touristischen Einnahmen legten im Vergleichszeitraum gar um vier Prozent zu, so eine Dehoga-Umfrage. Der Mitarbeitermangel bremst die Entwicklung. Eine Erhöhung des Mindestlohns wird kritisch gesehen.

Corona Hotel Restaurant Mice Foto iStock Michele

Die Hotels sind händeringend auf der Suche nach Personal

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"Der Trend zum Kurzurlaub und Urlaub in der Heimat hält an", erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Viele Menschen hätten Deutschland als Reiseland neu entdeckt. Erhebliche Umsatzausfälle beklagten jedoch die Business- und Tagungshotels, Eventcaterer sowie Clubs und Diskotheken. Es werde noch eine Weile dauern, bis die verheerenden Folgen der Krise mit monatelangem Lockdown überwunden seien, so Zöllick. So wies das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr für das Gastgewerbe ein reales Minus von 61,4 Prozent aus.

Mitarbeitermangel wird zum Dauerproblem

Erschwerend hinzu kommt der Personalmangel. "Es ist eine Riesenherausforderung für die Betriebe, geeignete Mitarbeiter zu finden", sagt Zöllick. Wie aus der aktuellen Umfrage hervorgeht, stellt der Fachkräftemangel für fast 80 Prozent der Betriebe ein Problem dar. Auf das fehlende Personal reagieren die Betriebe mit Anpassungen der Speisekarte (56 Prozent), mit einer höheren Bezahlung (54 Prozent), mit zusätzlichen Ruhetagen (52 Prozent), mit der Einstellung mehr un- und angelernter Mitarbeiter (44 Prozent) sowie mit Änderungen bei den Arbeitszeitmodellen (38 Prozent) und bei der Organisationsstruktur (34 Prozent).

Mindestlohnerhöhung als Damoklesschwert

Mit Sorge sehen die Unternehmer die von der SPD und von den Grünen angekündigte Erhöhung des Mindestlohns. Eine sprunghafte Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro ab 2022 würde direkte Auswirkungen auf das gesamte Lohngefüge des Betriebes haben und eine enorme Lohnspirale nach oben erzeugen, sagte Zöllick. Laut der Dehoga-Umfrage bedeutet die Einführung des Zwölf-Euro-Mindestlohns für mehr als jeden zweiten Unternehmer Personalkostensteigerungen von 15 und mehr Prozent. Für 27 Prozent der Betriebe würden die Steigerungen zwischen zehn und 15 Prozent liegen. Die Auswirkungen könnten fatal sein.

An der Umfrage des Dehoga zur wirtschaftlichen Lage nahmen in der Zeit vom 1. bis 6. Oktober 4.600 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland teil.

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