NGG wirft Dehoga-Rheinland-Pfalz Verweigerung vor
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert den Dehoga Rheinland-Pfalz, weil dieser gegenüber der Presse die Tarifverhandlungen im Hotel- und Gaststättengewerbe als gescheitert erklärte, ohne dies zuvor der NGG mitzuteilen, so die Darstellung der Gewerkschaft.
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NGG und Dehoga in Rheinland-Pfalz müssen wieder zusammenfinden
"Das ist ein völlig inakzeptabler Vorgang", sagt NGG-Landesbezirkssekretär und Verhandlungsführer Alexander Münchow. "Tarifverhandlungen erklärt man nicht über die Presse für gescheitert. Das entspricht weder unserem Verständnis von Tarifpartnerschaft noch einem respektvollen Umgang miteinander."
Beim dritten Verhandlungstermin im Januar konnte kein Abschluss erzielt werden. Grund dafür war ein aus Sicht der NGG unzureichendes Angebot der Arbeitgeberseite mit einer Nullrunde für zwölf Monate, anschließend drei Erhöhungen von jeweils 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. "Dieses Angebot hätte für die Beschäftigten einen massiven Reallohnverlust bedeutet", so Münchow. "Deshalb wurden die Verhandlungen vertagt, aber nicht beendet."
Die NGG kritisiert insbesondere, dass es keinen Ausgleich für das bereits abgelaufene Jahr 2025 gibt. Ebenso kritisch sieht die Gewerkschaft die Entwicklung im bundesweiten Vergleich: In Hessen gilt heute ein Einstiegslohn von rund 3.000 Euro (Vollzeit nach dreijähriger Berufsausbildung). Ebenso in Baden-Württemberg ab 2027. Rheinland-Pfalz drohe deutlich zurückzufallen, so die Gewerkschaft.
Die NGG hat den Dehoga Rheinland-Pfalz zur Wiederaufnahme von Tarifverhandlungen aufgefordert und erklärt sich weiterhin gesprächsbereit. "Wir sind jederzeit bereit, konstruktiv zu verhandeln", betont Münchow. "Aber Sozialpartnerschaft ist keine Einbahnstraße. Wer ernsthaft Lösungen will, muss an den Verhandlungstisch zurückkehren."